Lebensgemeinschaft am Nordparkt
Unsere Lebensgemeinschaft stellt ein Angebot mit individual-pädagogischem Schwerpunkt dar. Das Haus bietet 2 Plätze. Jedem Jugendlichen steht ein Einzelzimmer zur Verfügung. Der Leiter der Stelle ist staatlich anerkannter Erzieher und bewohnt mit den Jugendlichen das Haus. Alle Räume werden zentral beheizt und sind mit großen Fenstern ausgestattet. Die Bewohner finden bei uns einen lebenswerten Entwicklungsraum in einem reizarmen Umfeld vor.
Auftragsgrundlage
Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in unserem Haus basiert auf der Rechtsgrundlage des § 27 i.V.m. § 34 SGB VIII (KJHG). Die Aufnahme setzt einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung durch die Personensor-
geberechtigten und eine entsprechende Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII voraus.
Angaben zum Haus
Das Haus liegt am Stadtrand von Wuppertal. Im großzügig geschnittenen Erdgeschoss befindet sich der Gemeinschaftsraum/ Wohnzimmer, welches als Gemeinschaftszimmer genutzt wird. Auf der selbigen Etage befindet sich die Küche mit einem Esstisch. Die Zimmer für die Jugendlichen sind auf der gleichen Ebene des Hauses. Das Haus hat einen Vorgarten, eine Terrasse und eine große Wiese mit Obstbäumen.
Ursprünglich wurde die Wiese als Pferdeweide genutzt. Sodass dieser Bereich in naher Zukunft für andere Zwecke genutzt werden kann.
Im Untergeschoss des Hauses befindet sich der Waschraum. Das Untergeschoss verfügt über zwei weitere Zimmer, ein Bad und eine Toilette.
Es ist geplant, diese Räumlichkeiten mit den Jugendli-
chen zusammen auszubauen. Diese Räumlichkeiten sol-
len mit pädagogischer Begleitung, für die Verselbstän-
digung und die Vorbereitung in den eigenen Haushalt dienen. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit bekom-
men, das Leben in einem eigenen Haushalt zu erlernen und zu experimentieren. Sie können weiterhin auf Hilfestellung seitens des Erziehers zurückgreifen.
Es besteht eine gute Anbindung an öffentliche Ver-
kehrsmittel sowie mehrere verschiedene Sportvereine und einer Freizeiteinrichtung. Das Stadtgebiet verfügt über ein Netz von Schulen. In unmittelbarer Nähe befinden sich mehre Kindergärten, Grundschulen, zwei Hauptschulen, eine Realschule, Gesamtschule, eine Schule mit dem Schwerpunkt Erziehungshilfe und eine Schule mit sonderpädago-
gischem Schwerpunkt der Lernbehinderung.
In direkter Nähe befindet sich der Nordpark. Der anliegende Park bietet neben einem Reh- und Wildgehege diverse Liegewiesen, die ausgiebig von An-
wohnern, Mannschaften, Joggern, Spaziergängern und Walkern sportlich genutzt werden. Auch bietet der Park durch diverse Spielplätze, Skate-Halfpipes, Basketballkörbe genug Gelegenheit für Freizeitgestal-
tungen. Im Einzugsgebiet leben Familien mit unter-
schiedlichsten kulturellen und sozialen Hintergründen.
Mitarbeiter
- Staatlich anerkannter Erzieher (Leiter der Einrich-
tung)
- bei Bedarf werden weitere, pädagogische Fach-
kräfte hinzugezogen
- Eine Hauswirtschafterin
Allgemeine Grundleistungen
- Alltägliche Versorgung
- Vor- und Nachbereitung von Hilfeplangesprächen mit den Jugendlichen
- Alltagsdiagnostik
- Regelmäßiges Einüben lebenspraktischer Fertigkeiten
- Förderung des Sozialverhaltens
- Förderung der Gesundheit
- Förderung der Schulentwicklung und Berufsaus-
bildung
- Intensive Zusammenarbeit mit den Schulen, Praktikums- und Ausbildungsbetrieben
- Hilfe und Begleitung bei der Bewältigung familiärer und persönlicher Krisen
- Sozial-emotionale Förderung und die Anregung der Persönlichkeitsentwicklung
- Gestaltung von Gruppenatmosphäre und Wohnfeld
- Bildungsförderung unter geschlechtsspezifischen Ansätzen und Förderung interkulturellen Zusammenlebens
- Freizeitgestaltung
- Schaffung von Voraussetzungen für eine körperlich gesunde Entwicklung
- Hilfeplanung, Erziehungsplanung
- Methodische Arbeit mit der Herkunftsfamilie
- Vorbereitung einer Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder der Verselbständigung
- Nachbetreuung
Teilnahme an einem familiären Leben
Die betreuten Jugendlichen erhalten das Angebot eines intensiven Zusammenlebens und damit auch das Ange-
bot der Teilnahme an dem familiären Leben des Mitar-
beiters. Sie lernen neue Lebensstile kennen und erleben neue Modelle für Elternschaft, Partnerschaft und Außenbeziehungen. Hier geht es um das Bereitstellen einer entwicklungsförderlichen und enttraumatisierenden Atmosphäre des Miteinander-Lebens.
Zielgruppe
Aufgenommen werden Jungen ab dem 13. Lebensjahr.
Aufnahmeverfahren
Die Aufnahmeentscheidung fällt — soweit möglich — nach persönlichem Gespräch mit dem Jugendlichen und den am bisherigen Erziehungsprozess wesentlich betei-
ligten Personen. Berichte, Verhaltensbeobachtungen, Gutachten usw. werden hinzugezogen.
Bei der Aufnahme in unser Haus sollte absehbar sein, dass die Jugendlichen sich auf ein intensives und kontinuierliches Beziehungsangebot einlassen können und hierzu die Zustimmung der Herkunftsfamilie erhalt-
en.
Im Hilfeplangespräch werden die Erwartungen und Wünsche abgewogen. Eine klare Entscheidung aller Beteiligten stellt die Grundlage für eine Aufnahme dar. Die Aufnahmemodalitäten wie z.B. Anbahnung, Probewohnen und Zeitraum können individuell
vereinbart werden.
Zielsetzung der pädagogischen Arbeit
Grundsätzlich steht aber das Ziel der frühen Verselbständigung im Vordergrund unserer Arbeit. Die gemeinsame Wohnform mit klaren Strukturen (äußere Ordnung) und intensiver Betreuung (innere personale Sicherheit) stellt die Basis der Arbeit dar. Auf dieser Grundlage wird der Versuch unternommen, die beeinträchtigenden Faktoren in ihren Zusammenhängen zu erkennen, zu erklären und eine positive Entwicklung zu ermöglichen. Dies geschieht ausgehend von einem ganzheitlichen und positiven Menschenbild. Dabei geht es um die Förderung der Gesamtpersönlichkeit in ihrem sozialen Umfeld und die schulische und berufliche Eingliederung mit allen zur Verfügung stehenden Förderinstrumenten. Eine kooperative Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen und, wenn eben möglich, mit den Eltern streben wir grundsätzlich an.
Methoden der Arbeit
Das Leben in unserem Haus soll durch größtmögliche Kontinuität in Versorgung und Zuwendung und ein emotional annehmendes Klima geprägt sein, was sowohl sozialpädagogisches als auch individualpädago-
gisches Vorgehen ermöglichen soll. Auf der Grundlage klarer Rahmenbedingungen und innerer Ordnung wird pädagogisch konsequentes Vorgehen möglich. So ist ein Rahmen gegeben, in dem sich ein sozialpädago-
gisch orientiertes und gezielt reflektiertes Gemeinschaft
sleben entfalten kann. Damit ist die gesamte Brandbreite des Alltagslebens, möglichst nah an der Realität des einzelnen Kindes, des einzelnen Jugendlichen gemeint. Die Arbeit ist individualpädago-
gisch und handlungsorientiert.
Prinzipien unserer Arbeit
- Aufbau einer positiven, tragfähigen Beziehung zum Erziehenden
- Einüben des Einhaltens von Absprachen und Regeln, einschließlich der verantwortungsbezogenen Übernahme übertragener Aufgaben
- Regelmäßiger Schulbesuch oder kontinuierliche
Berufsausbildung/ Pratikum
- Aufbau einer positiven Erlebnisfähigkeit
- Aufbau und Pflege von sozialen Kontakten im Hinblick auf sozial- emotionale Bindungsfähigkeit
- Möglichst realitätsbezogener Umgang mit Geld,persönlichen, gemeinschaftlichem und fremdem Eigentum
- Entwickeln und Erproben sinnvoller Verhaltensweisen,Handlungsmöglichkeiten und Problemlösungsstrategien
- Eigenverantwortlichkeit für den eigenen Körper, die eigenen Angelegenheiten
- Förderung unter Beachtung von Begabungen, Stärken und Schwächen
- Aufbau einer gesunden Ich-Identität
Die Umsetzung dieser Prinzipien erfolgt aus sozialpäda-
gogischer Sicht mit entsprechend methodischem Handlungsansatz. Neben der Alltagsgestaltung ist der Freizeitbereich, bezogen auf die Bedürfnisse der Betreuten, von besonderer Bedeutung. Dieser Bereich ist insbesondere geeignet, individual- und erlebnispädagogisch vorzugehen.
Qualitätsstandards / Aufsicht und Betreuung
Grundlage der Arbeit ist eine fachliche Konzeption, sowie die Standards des Trägers. Sie werden regel-
mäßig überarbeitet und angepasst. Das fachliche interne Controlling findet auf verschiedenen Ebenen gemäß den Standards des Trägers statt:
- Entwicklungsprotokolle/ -berichte
- Pädagogische Eingangs- und Verlaufsdiagnostik
- Fall- und Teamsupervision durch externe Supervisoren
- Fall- und Teambesprechung durch 14-tägige Besuche des Trägers
- Austausch mit Kollegen aus anderen Projekten von QuoVadis durch regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen (Vernetzung)
- Regelmäßiger Austausch mit den Sachbearbeitern der zuständigen Jugendämter
Mögliche Zusatzleistung: Nachbetreuung
Grundsätzlich ist der Verbleib des einzelnen Jugend-
lichen in unserer Gruppe bis zum frühen Erwachsenen-
alter möglich. Wenn ab zu sehen ist, dass sich die Tagestrukturierung verfestigt hat, die Integration in eine Berufsausbildung, Schule oder Arbeit gelungen ist und der Umgang mit Geld und dem eigenem Konto kein Problem mehr darstellt, wird mit allen beteiligten abgewogen, ob der Umzug in die eigene Wohnung mit der ambulanten Betreuung geeigneter ist, die Verselbständigung zu fördern. Sukzessiv soll über “Betreutes Wohnen”, “Nachbetreuung” und weitere Begleitformen die Selbständigkeit gelingen.
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