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Lebensgemeinschaft Erftstadt

Zielgruppe

Betreuung von bis zu zwei Kindern bzw. Jugendlichen innerhalb einer familiären Gemeinschaft. Das Angebot richtet sich an Kinder/Jugendliche mit verschiedenen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen die nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können und eines dauerhaften, individuellen und familiären Bezugsrahmens bedürfen. Die Unterbringung kann bis ins frühe Erwachsenenalter und bis zur Erreichung der größtmöglichen Selbstständigkeit erfolgen. Je nach individuellem Fall ist eine jederzeitige Rückführung in die Herkunftsfamilie möglich

Standort

Das Einfamilienhaus mit Garten befindet sich in einem verkehrsberuhigten, ländlich gelegenen Ort. Sämtliche Schul- und Kindergartenformen befinden sich im Ort oder in unmittelbarer Nähe mit einer guten Verkehrsanbindung. Ebenso sind Sporteinrichtungen und Vereine vor Ort oder in der Nähe. Vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und des Naturerlebens sind gegeben. In und um Erftstadt befinden sich zahlreiche Bauernhöfe, die verschiedene Arten des Pferdesports anbieten. Zwei Pkws sind vorhanden.

Räumlichkeiten

Allen Bewohnern steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung, so dass Individualität und Intimität gewährleistet ist. Die Möblierung, mit der Möglichkeit der individuellen Gestaltung orientiert sich an den Bedürfnissen, des Kindes oder Jugendlichen.. Alle Gemeinschaftsräume der Lebensgemeinschaft sind selbstverständlich mit zu nutzen. Am Haus befindet sich eine große Garage mit Aufforderungscharakter zum Werken, Bauen, Experimentieren und Reparieren. Die Wiesenfläche im Garten ist individuell nutzbar für Ballspiele, für Wasserspiele im Sommer, zum Spielen mit Hund und Katze oder einfach zum Toben, Sonnen und Relaxen. Der Garten bietet auch Platz und die Möglichkeit zum Anpflanzen und Arbeiten.

Betreuer/ Lebensgemeinschaft

Das betreute Kind bzw. der Jugendliche lebt gemeinsam mit seinen Betreuern und deren Tochter in der Lebensgemeinschaft. Zur Familie gehören weiterhin ein Hund, eine Katze, ein Pflegepferd und zwei Meerschweinchen. Bei den Betreuern handelt es sich um eine staatlich anerkannte Erzieherin mit langjähriger Berufserfahrung und ihrem Ehemann. Beide verfügen über vielfältige Erfahrungen im Umgang mit schwierigen Kindern/Jugendlichen und im Gestalten des Alltags im Sinne von Konstanz und Belastbarkeit. Zu den familiären Ressourcen zählen unter anderem die Begeisterung und Aktivität im Handballsport sowie das Reiten der Tochter auf dem eigenen Pflegepferd.

Allgemeine Grundleistungen

Unser Ziel ist eine möglichst selbstbestimmt, eigenver-
antwortlich denkende und handelnde Persönlichkeit, die in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen und Ideen zu entwickeln, damit sie sich als Erwachsene selbstbewusst in die Gesellschaft einglie-
dern kann.

  • Bindung aufbauen, auf der sich Vertrauen entwickeln kann
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Aufbau eines positiven, realistischen Selbstwertgefühls
  • Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Erlernen von lebenspraktischen Fähigkeiten (Umgang mit Geld, Hygiene)
  • Entwicklung von Moral und einem Bewusstsein für Werte
  • Umgang mit Konflikten, Frustrationen und Schwierigkeiten erlernen
  • Kreativität und Phantasie anregen, wecken
  • Förderung der sprachlichen, kognitiven, motorischen, emotionalen und künstlerischen Fähigkeiten (orientiert am Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes)
  • Bewusstmachung eigener Stärken und Schwächen
  • Ganzheitliches Lernen
  • Motivation, Eigenaktivität anregen, fördern (Neugierde wecken)
  • Eltern in die Arbeit einbeziehen, Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie
  • Gesunde Ernährung
  • Regelmäßige Schulbesuche, Ausbildung
  • Gezielte Freizeit- und Feriengestaltung
  • Verselbstständigung
Methodische Umsetzung

Das Kind / der Jugendliche erlebt das alltägliche Zusammenleben innerhalb einer Familie mit liebevoller, kontinuierlicher, zuverlässiger, pädagogischer Begleit-
ung. In einer reizarmen, ruhigen Umgebung begegnen ihm konstante, erzieherisch konsequente Bezugsperso-
nen.

Der Tagesablauf ist klar und überschaubar strukturiert. So erfährt das Kind Kontinuität und Rhythmus, diese geben ihm Sicherheit. Die Einhaltung von Regeln, erkennen und akzeptieren von Grenzen und die Übernahme von Verantwortung für sich und andere wird im Familienverbund erlebt und erfahren.

Durch Partizipation im täglichen Zusammenleben erhält das Kind/der Jugendliche die Möglichkeit sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben, die sich für es/ihn interessiert in der es/er sich angenommen und wertgeschätzt fühlt. Besonders förderlich für eine positive Entwicklung ist die ruhige, naturnahe Atmosphäre, der Kontakt zu den Tieren (Einbeziehung in Anschaffung und Pflege) und das Erleben von tragfähigen, verlässlichen Beziehungen. Auf dieser sicheren Grundlage kann das Kind oder der Jugendliche seine emotionalen und sozialen Defizite aufarbeiten, Vertrauen aufbauen sowie neue Perspektiven und Verhaltensmuster entwickeln. Der Alltag birgt vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation. Durch Anregung zur Diskussion/Auseinandersetzung, in denen es gilt Kompromisse auszuhandeln, erlernt das Kind, eine Streitkultur zu entwickeln, zu leben.

Interessen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Talente können entdeckt und entwickelt werden und fördern die Ausformung eines positiven, realistischen Selbstbildes. Das Kind erlebt, dass es etwas verändern und schaffen kann (Selbstwirksamkeit). Erreicht wird dies durch die Einbindung in alltägliche Arbeiten wie kochen, backen, Tiere versorgen, Tisch decken, Gartenarbeit, durch kreative Angebote im Haus (töpfern, malen, werken, fotografieren), die Schaffung von positiven Erlebnissituationen durch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Ausflüge in die Natur, Museumsbesuch, Theater, Zoobesuch, Radtour etc. Die Möglichkeit und Hinführung zur Mitwirkung in einem Verein oder die Teilnahme an sportlichen bzw. künstlerisch-musischen Angeboten können ebenfalls zu einer gesunden Entwicklung beitragen. Der Aufbau und die Pflege von Kontakten/ Freundschaften außerhalb der Familie wird ermöglicht, gefördert und unterstützt.

Unter Berücksichtigung von Alter und individuellem Entwicklungs-stand ist die Auseinandersetzung mit der Ursprungsfamilie und den bisherigen Erfahrungen/Trau-
mata für die Bildung eines guten Selbstwertgefühls von Bedeutung. Unterstützt wird dies durch die enge Zusammenarbeit mit entsprechenden Therapeuten, regelmäßiger Beratung mit dem betreuenden Koordina-
tor, dem Jugendamt und wenn möglich durch regelmäßigen Kontakt zur Herkunftsfamilie. Bei der Elternarbeit ist eine wertschätzende, partnerschaft-
liche Grundhaltung und die Berücksichtigung der jeweiligen familiären Ressourcen, Voraussetzung für ein gutes Gelingen. Es steht jedoch immer das Wohl und der Schutz des Kindes/Jugendlichen im Vordergrund, wenn notwendig ist eine konsequente Grenzsetzung erforderlich.

Die Rolle der Erzieher in der Lebensgemeinschaft

Das Kind/der Jugendlichen wird als individuelle, eigen-
ständige Persönlichkeit in seiner jeweiligen Situation angenommen und mit Achtung und Respekt begegnet.

Es wird eine vertrauensvolle, humorvolle, freundliche Atmosphäre geschaffen, in der auf die individuelle Situation jedes einzelnen Kindes/ Jugendlichen einge-
gangen wird. Man ist sich der Vorbildfunktion bewusst und die tägliche Arbeit wird reflektiert, um z.B. das Verhalten in Bezug auf das Kind/den Jugendlichen neu auszurichten, um mit ihm und nicht für es/ihn zu denken und zu handeln.

Mit Gelassenheit wird Vertrauen in die eigene Entwick-
lungskraft des Kindes/Jugendlichen aufgebaut.

Das Kind/der Jugendliche wird in seiner Entwicklung beobachtet und wird da abgeholt wo es steht.
Die Bedürfnisse, Interessen und individuellen Besonder-
heiten des Kindes/Jugendlichen werden erkannt und unterstützt, und in seiner ganzheitlichen Entwicklung liebevoll, konsequent und verlässlich gefördert.

Die Qualität der Betreuung ist durch regelmäßig, halb-
jährlich stattfindende Hilfeplangespräche, der kontinu-
ierlichen Erstellung von Dokumentationen bzw. Erstellung und Überprüfung eines Erziehungsplanes gewährleistet.

Die Betreuer legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie, der Schule bzw. dem Ausbil-
dungsplatz.

Durch regelmäßige Hausbesuche durch einen Koordina-
tor wird die Lebensgemeinschaft unterstützt und be-
gleitet.

Hilfreich und angestrebt sind auch die Vernetzung und der Austausch mit dem zuständigen Jugendamt, Therapeuten, Ärzten und mit anderen Projektstellen des Trägers.

Die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen ist selbst-
verständlich.

 

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