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Projekt Polen
 
  Projekt Polen - QuoVadis - Jugendhilfe Projekt
Projektstandort, Lage und Umgebung

Die Projektstelle ist ein landwirtschaftliches Gut, auf dem ausschließlich ökologischer Landbau und Viehzucht betrieben wird.

Das historische Gutshaus liegt etwa 120 km südlich von Danzig in einer markanten Landschaft, umgeben von Wäldern, Wiesen und Seen. Das Gut gehört zu dem 100 Einwohner kleinem Ort Jawory. Es gibt einen kleinen Einkaufsladen.
Der nächste größere Ort befindet sich in 20 km Entfernung. Dort gibt es Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten. Bis zum Meer sind es 50 km.

Direkte Flugverbindungen von Dortmund oder Köln nach Danzig erlauben regelmäßige Projektbesuche bei einer überschaubaren Anreisezeit.

Das Gut Jawory
Das Gut Jawory besteht aus einem ca. 370 ha großem Grundstück, auf dem sich neben dem Wohnhaus Stallungen und Lagerhallen befinden.

Im Herrenhaus wohnen die Betreiber des Gutshofes, die Haushalts-hilfe und zeitweise auch ein landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter.
Mittelpunkt des Hauses ist ein großes Kaminzimmer, eine Küche und das angrenzende Esszimmer. Auf der ersten Etage befinden sich die Schlafräume. Jeder Jugendliche erhält ein eigenes großes Zimmer. Das Badezimmer teilen sich die Jugendlichen.

Die Stallungen beherbergen Schafherden, Pferde und Hühner. Es gibt Traktoren einen LKW und ein Motorboot.

Personale Referenzen

Das Betreuerehepaar hat bis im Jahr 2000 in Deutschland gelebt. Er ist Freizeitpädoge und hat einen Segelschein. Sie hat Kunst studiert. Das Ehepaar war in Deutschland mit einer Stukarteurfirma erfolgreich selbständig. Ihr Wunsch war es jedoch in Polen ein altes landwirtschaftliches Gut neu aufzubauen und ökologische Landwirtschaft zu betreiben. Das Ehepaar hat einen Sohn.

Seit nunmehr vielen Jahren arbeiten beide mit großem Erfolg als individualpädagogische Betreuer in der Jugendhilfe. Das Ehepaar wird zusätzlich durch eine weibliche, deutschsprachige, in Polen diplomierte Pädagogin, unterstützt. Sie lebt tageweise auf dem Gut.


Zielgruppe

Die Zielgruppe dieser Maßnahme sind Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren und in Einzelfällen auch junge Volljährige.
Die Entscheidung zur Aufnahme orientiert sich an der individuellen Situation der Jugendlichen. Ursächlich für dieses Angebot ist die Erfahrung, daß Problemlagen einzelner Jugendlicher nur in einem distanzierten Umfeld, entfernt von der derzeitigen Lebenssituation, erfasst und behandelt werden können. Es werden Jungen betreut, die in ihrer körperlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung Defizite aufweisen. Häufig handelt es sich hier um Jungen, die als Trebegänger, Schulverweigerer, drogengefährdet oder als Straftäter beschrieben werden. Sie sollen die Möglichkeit, weit weg von der Peergroup oder des belastenden Elternhauses neue Impulse bekommen. Zentrales Element unserer Pädagogik in diesem Zusammenhang ist das Erlebnis und die die daraus resultierende Erfahrung.

Pädagogische Arbeit

Nach der ersten Phase, des sich Einlebens in die Ruhe und Abgeschiedenheit der Projektstelle wird gemeinsam mit der pädagogischen Leitung des Trägers ein Wochenplan für den Jungendlichen erstellt. Dieser dient als grundlegende Hilfe zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung und Entfaltung seiner Fähigkeiten.

Ein einfacher strukturierter Alltag bietet Orientierung, Schutz und Halt. Die Kinder und Jugendlichen lernen in überschaubaren geregelten Einheiten verantwortungsvoll mit Aufgaben des Lebensalltags umzugehen. Soziales Verhalten wird durch häusliche Pflichten, Feld- und Gartenarbeit sowie Pflege und Versorgung der Tiere, erlernt.
In dieser zweiten Phase wird die Motivation des Jugendlichens bzgl. einer optionalen Beschulung durch die Individualschule überprüft. Die Schularbeit kann je nach Bedarf einen größeren oder weniger großen Zeitraum im Tagesplan erhalten.

Das grundlegende Fundament der pädagogischen Arbeit auf
Jawory ist das absolute und unabdingbare Angenommenseins des Jungen durch die Betreuer. Auch beziehungsunfähigen Jugendlichen wird durch die „Abhängigkeit“ von den Betreuern in einer völlig fremden Umgebung, in der eine andere Sprache gesprochen wird, die Möglichkeit gegeben, sich auf einen Erwachsenen einzulassen.

Freizeitgestaltung

Auf Jawory gibt es die Möglichkeiten zu reiten, in den nahe gelegenen Badeseen schwimmen zu gehen, im Sommer den Swimmingpool zu nutzen, sich sportlich im Rahmen von Joggen oder Kraftraining zu betätigen oder sich am Boxsack abzureagieren. Es gibt die Möglichkeit zu angeln und zu grillen. Im Haus gibt es eine Tischtennisplatte und die Jugendlichen können Schlagzeugunterricht oder Gitarrenunterricht erhalten. Ausflüge am Wochenende werden von den Betreuern angeregt und mit den Jugendlichen gemeinsam geplant.
In der letzten Phase ihres Aufenthaltes auf Jqwory werden die Jugendlichen motiviert, sich intensiv mit einer Perspektivenfindung in Deutschland auseinander zusetzen. Sie werden auf die weitere Anschlussbetreuung in Deutschland vorbereitet.
Der Jugendliche in Polen soll dann den in Frage kommenden zukünftigen Bezugsbetreuer für die Anschlussmaßnahme kennen lernen.

Zeitlicher Rahmen:

Allen am Projekt beteiligten Fachleuten ist klar, dass therapeutisch induzierte und begleitende Veränderungen Zeit brauchen, um sich zu konsolidieren.
Selbst bei einer Beschränkung auf das Anstoßen positiver Veränderungsprozesse, muss von einem Mindestzeitraum von 6 Monaten ausgegangen werden.


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